Die Mikrolebewelt im Gottesbrunnen
Eine Bestandsaufnahme über die Jahre 2021 bis
2023
Von Wulf Herwig und Manfred Tauscher, Mikroskopische Arbeitsgemeinschaft Hannover
1. Einleitung
Der Gottesbrunnen in Langenholzen
Der Gottesbrunnen ist das Hauptquellgebiet des Warnebaches, der in Alfeld, Ortsteil Langenholzen, entsteht. Zunächst vereinigen sich im Ortsteil Sack zwei Bäche, die Pfingstangerbeeke und ein zum Teil verrohrter Zufluss aus dem Wehmegrund, die aber im Sommer häufig austrocknen. Nach circa vier Kilometern mündet der Warnebach in die Leine. Das Quellwasser im Gottesbrunnen, das man zusammen mit Gasblasen aus dem Bachbett austreten sieht, verursacht Wellen auf der Wasseroberfläche. Gespeist wird das Quellgebiet mit Wasser aus dem Sieben-Berge-Massiv. Ziel der vorliegenden Arbeit war, die Mikrolebewelt dieses Quellgebiets, also das Plankton, im Jahresverlauf zu beschreiben. Die Untersuchungen erstreckten sich über zwei Jahre, beginnend im September 2021. Es konnte ein ausreichender Überblick erarbeitet werden, der aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
2. Experimenteller Teil
Das Bett des Gottesbrunnens ist stark mit Brunnenmoos (Fontinalis antipyretica) bewachsen, wie der lateinische Name vermuten lässt, wurde dieses in früherer Zeit zur Behandlung von Fieber verwendet (Fiebermoos). In den Moosbüscheln lebt eine Vielzahl von Mikroorganismen. Deshalb wurden Moosproben in Mikroaquarien mit Warnewasser angesetzt, in denen sich diese Organismen vermehrten. Aus dem fließenden Wasser wurden die Proben mit einem handelsüblichen Planktonnetz mit einer mittleren Maschenweite von 25-105 µm (Kosmos) entnommen. Die Untersuchungen wurden durchgeführt mit dem Forschungsmikroskop Nf von Zeiss/Jena (Hell- und Dunkelfeld - HF & DF), dem Zeiss-Fotomikroskop Typ I (Phasenkontrast - PK), dem Zeiss-Umkehrmikroskop nach Utermöhl und dem Polarisationsmikroskop Biolar/PZO (Differenzieller Interferenzkontrast nach Pluta - DIK). Die angewendeten Vergrößerungen variierten zwischen 30x (z. B. Copepoden) bis 1300x (z. B. Diatomeen, Zooflagellaten). Die Makroaufnahmen wurden mit Olympus OM2-N bzw. OM2-N-SP-Spiegelreflexkameras, kombiniert mit dem Olympus-Blitz (Leitzahl 32) erstellt. Die Wasseranalyse wurde von Fr. Dr. Leuders, Papierfabrik Sappi, Alfeld, durchgeführt. Zur Erfassung und Identifikation der Kieselalgen (Diatomeen) wurden Dauerpräparate erstellt. Hierbei wurde das Material der Fundstätte unter stärkerer Erhitzung mit Wasserstoffperoxid behandelt und anschließend dekantiert, um eine möglichst reine, d.h. eine Probe möglichst frei von Gesteinsschluff zu erhalten. Die so erhaltene Suspension wurde auf Deckgläser getropft und nach dem Eintrocknen mit einem Kunstharz „Naphrax" eingedeckt.
Mit einem Zeiss Universal Mikroskop, einem Objektiv Zeiss Planapo 64/1,4 und einer digitalen Kamera wurden hochauflösende Fotos zur Bestimmung der Arten erstellt. Weiterhin wurde das System mit DIK (Differentieller Interferenz Kontrast) Komponenten ausgerüstet, um höchst möglichen Kontrast für die Aufnahmen zu gewinnen. Zwecks höchster praktisch erreichbarer Auflösung wurde ein kurzwelliges Licht von 420 nm Wellenlänge benutzt. Nach Abbe´ erhält man eine Auflösung von 150 nm. Da Kieselalgen auch in den Raum mit zwar wenigen µm ragen, lassen sie sich nicht mit einer einzigen Aufnahme erfassen (Thema Tiefenschärfe). Deshalb wurden jeweils optimale Anzahlen von Schichten unterschiedlicher Tiefe fotografiert, welche somit einen in der Fachsprache so genannten Stack bilden. Die Bearbeitung der Stacks erfolgte mit einer kostenlosen Software namens Picolay von Heribert Cypionka.
3. Ergebnisse
Die im Jahresverlauf gefundenen Mikroorganismen entsprachen weitgehend dem in der Literatur für Quellgewässer beschriebenen Spektrum. Dominiert wird das Gottesbrunnen-Plankton von den Kieselalgen, die man über das ganze Jahr findet. Hier fällt insbesondere die Ellerbeckia arenaria auf, eine Diatomee mit großen Zellen und gelbbraunen Chloroplasten, die meistens in Form kurzer Fäden (fünf bis circa dreißig Zellen) vorkommt. Über das gesamte Jahr findet man in dem Netzplankton größere Mengen eines durchsichtigen Detritus, der häufig die Ellerbeckia, aber auch viele Grünalgen in Form kurzer Fadenstücke einschließt. Charakteristisch für Quellgewässer ist auch die Rotalge Audouinella chalybaea, die im Frühjahr in großen Büscheln an Wasserpflanzen und dem Brunnenmoos hängend, an der Oberfläche treibt. Die meisten der beschriebenen Organismen kommen jedoch nur in geringer Stückzahl vor. Das dürfte daraus folgen, dass das Quellwasser nicht viele Nährstoffe enthält. Über den gesamten Beobachtungszeitraum wurden keine Blattfußkrebse (Phyllopoda) gefunden, auch die Hüpferlinge (Copepoda) sind nur mit drei Arten vertreten. Die Zahl der Wimpertiere (Ciliata) ist ziemlich hoch, aber ihre Stückzahl in den Proben war ebenfalls gering. Die Grünalgen (Chlorophyta) waren im Verhältnis zu den wenigen Blaualgen (Cyanobacteria) relativ häufig vertreten. Die über das Jahr weitgehend konstante Wassertemperatur könnte für das Auftreten der einzelnen Arten über viele Monate entscheidend sein. Sie bewegt sich zwischen sieben und elf Grad Celsius - auch der pH-Wert ist ziemlich konstant und bewegt sich zwischen 7,2 und 7,5. Die Wasseranalyse zeigt ebenfalls für Quellwasser aus einer kalkhaltigen Gegend typische Werte. Sie wurde am 23.3.2023 durchgeführt.
CaCO3
Ergebnisse:
pH 7,2 SiO2 6,5 mg/l
Leitfähigkeit 540 µS/cm Fe 0,02 mg/l
Stoffgehalt 1,2 mg/l CSB 3,4 mg/l
Asche 0,7 mg/l O2 11,3 mg/l
Gesamthärte 17,6° dH NH4-N 0,004 mg/l
Carbonathärte 15,1° dH NO3-N 5,01 mg/l
Resthärte 2,5° dH N-gesamt 5,01 mg/l
Chlorid 8,6 mg/l PO4-P 0
Sulfat 11 mg/l
Da der Zufluss von Quellwasser über das Jahr ziemlich konstant zu sein scheint, dürften sich auch diese Werte kaum spürbar ändern.
4. Mikroskopische Beobachtungen
4.1 Phytoplankton
Im Gottesbrunnen wurden 40 verschiedene Kieselalgenarten, 40 sonstige Algenarten sowie 89 dem Zooplankton zuzuordnende Arten gefunden. Siehe Tafeln 1 und 2 Tabelle 1 zeigt das gefundene Phytoplankton mit seiner taxonomischen Einordnung.
Reich: Bacteria
Abteilung: Cyanobacteriota – Blaualgen
Blaualgen erscheinen sowohl als Ein- als auch Vielzeller, sind unbegeißelt und besitzen keinen Zellkern. Ihr Chlorophyll, das ihnen eine blaugrüne Färbung verleiht, befähigt sie zur Photosynthese. Die fadenförmigen Blaualgen zeigen zwei Arten von Zellen. Zwischen den meistens sehr kleinen Zellen findet man größere und dickwandige Zellen, die sogenannten Heterozysten, die der Fixierung von Luftstickstoff dienen. Nachstehende Mikrolebewesen wurden gefunden:
- Oscillatoria sp.
- Phormidium corium
Reich: Chromista
Abteilung: Bacillariophyta – Kieselalgen
Unterabteilung: Coscinodiscophytina – zylindrische Kieselalgen
Klasse: Coscinodiscophyceae
Cocconeis placentula var. placentula
Die Kieselalgen – auch Diatomeen genannt - sind einzellige Algen, die sowohl freilebend als auch mit Gallertfäden auf Substraten oder in Kolonien verbunden leben. Das Innere der kompletten Zelle, auch Frustel genannt, enhält das Protoplasma, den Zellkern, die Organellen und Clorophyll. Die Zellwand hat die Form einer runden (bei den Centrales) oder länglichen (bei den Pennales) Schachtel und besteht aus einem Schachteldeckel (Epitheka) und einem fast gleich großen Schachtelboden (Hypotheka). Bei manchen Arten sind die Schalen auch durch ein oder mehrere Gürtelbänder verbunden. Die Schalenstruktur ergibt sich im Wesentlichen aus Rippen, Verdickungen, Löchern und bei den Pennales Schlitze (sogenannte Raphen) unterschiedlicher Anordnungen. Bei den Pennales unterscheidet man Arten ohne Raphe z.B Fragilaria, und Schalen mit einer mittig unterbrochenen Medianraphe. So gibt es Frusteln, deren beide Schalen ein Raphe enthalten, wie z.B. Navicula als auch solche, deren Raphe sich nur auf einer der beiden Schalen befindet, z.B bei Cocconeis.
Der Hauptbestandteil der Zellwände ist Siliziumdioxid (Kieselsäure) mit unter schiedlichem Hydratisierungsgrad. Daneben ist bei fast allen bisher untersuchten Diatomeen eine dünne organische Membran aus Diatotepin, einem sauren Polysaccharid vorhanden. Die Chloroplasten im Zellinneren besitzen Clorophyll a und c zur Photosynthese. Das gelbe Clorophyll wird in manchen Fällen durch das braune Xanthophyll Fucoxantin überdeckt.
Die Fortpflanzung erfolgt vor allem asexuell durch mitotische Teilung, seltener auch geschlechtlich. Bei den Pennales vereinigen sich dabei zumeist gleichförmig ausgebildete haploide Gameten zu einer Zygote, die zur Auxospore heranwächst. Bei den zentrischen Diatomeen wurde in den bisher untersuchten Fällen allgemein Oogamie festgestellt, aus der befruchteten Eizelle entsteht ebenfalls eine größere Auxospore. [19] Kieselalgen kommen hauptsächlich in den Ozeanen, Seen, Flüssen, Bächen und Teichen vor. Es gibt sogar aerophile Kieselalgen auf nassen Flächen und Rieselwänden. Sie bilden einen riesigen Anteil der Biomasse auf der Erde und produzieren einen erheblichen Anteil des Sauerstoffs durch Photosynthese. Abgestorbene Algen bildeten dicke Schichten von Diatomeenerde (Kieselgur) wie man sie auch z.B. in Neuohe, Niedersachsen findet. Aus Tiefseebohrungen sind schon Kieselalgen aus der Kreidezeit bekannt.
Weitere gefundene Algen:
Abteilung: Heterokontophyta
Unterabteilung: Ochrophytina
Klasse: Chrysophyceae – Goldalgen
- Anthophysa vegetans
Klasse: Xanthophyceae – Gelbgrünalgen
Andouinella-chalybaea
Die im Gottesbrunnen gefundenen Gelbgrünalgen sind alle fadenförmig. Manche (Vaucheria) wurden früher für Grünalgen gehalten. Vaucheria bildet keine Zell-Querwände, zeigt aber viele Zellkerne und Chloroplasten.
- Tribonema monochloron
- Tribonema viride
- Vaucheria sessilis
Abteilung: Rhodophyta – Rotalgen
Die einzige, sehr häufig auftretende Rotalge besteht aus längeren Fäden mit langzylindrischen Zellen mit einem Zellkern und mehreren wandständigen Chloroplasten. Außer Chlorophyll a enthalten Rotalgen noch zwei charakteristische Farbstoffe: Phycoerythrin und Phycocyan.
Klasse: Florideophyceae
Unterklasse: Nemaliophycidae
- Audouinella chalybaea
Unterreich: Viridiplantae
Abteilung: Chlorophyta – Grünalgen
Grünalgen erscheinen ein- und vielzellig. Sie enthalten neben einem Zellkern chlorophyllhaltige Chloroplasten. Nur wenige zeigen Rotfärbung aufgrund eingelagerter Farbstoffe. Geißeltragende Einzeller sind zur Eigenbewwegung befähigt. Viele Grünalgen gründen Zellkolonien, mit bestimmter, aus der Zellteilung resultierender Zellzahl. Man finde bei ihnen sowohl geschlechtliche (Verschmelzung zweier Zellen) als auch ungeschlechtliche (Zellteilung) Vermehrung. Massenvermehrung führt oft zu “Wasserblüten”.
Klasse: Chlorophyceae
- Coelastrum microporum
- Coelastrum sp.
- Microspora sp.
- Monoraphidium griffithii
- Monoraphidium sp.
- Oedogonium (2x sp.)
- Tetraspora gelatinosa
- Scenedesmus communis
- Scenedesmus ecornis
- Scenedesmus linearis
Klasse: Ulvophyceae
Cladophora glomerata
- Carteria multifilis
- Chlamydomonas reinhardii
- Cladophora glomerata
- Cladophora rivularis
- Chlamydomonas steinii
- Pediastrum integrum
- Rhizoclonium hieroglyphicum
- Sphaerocystis schroeteri
- Trentepohlia aurea
- Ulothrix sp.
Klasse: Trebouxiophyceae
- Chlorella spec. (Zoochlorellen)
- Eremosphaera viridis
- Oocystis sp.
Abteilung: Charophyta – Armleuchteralgenverwandte
Klasse: Coleochaetophyceae
- Coleochaete pulvinata
Klasse: Zygnematophyceae
Unterklasse: Zygnematophycidae
Spirogyra decima
- Closterium moniliferum
- Closterium ehrenbergii
- Cosmarium formosulum
- Spirogyra decima
- Spirogyra sp.
Klasse: Klebsormidiophyceae
- Klebsormidium flaccidum
- Klebsormidium subtile
Reich: Protozoa – Einzellige Tiere
Abteilung: Euglenozoa
Klasse: Euglenophyceae – Flagellaten
Augenflagellaten sind Einzeller, die sich mit Hilfe einer oder zweier Geißeln fortbewegen und einen roten Augenfleck besitzen. Ihre Form kann starr, aber auch veränderlich sein. Viele grün gefärbte Arten enthalten Chlorophyll, das sie zur Assimilation befähigt. Diese wird je nach Lichtintensität durch den roten Augenfleck gesteuert.
Rhabdomomas_costata
- Anisonema sp.
- Enthosiphon sulcatum
- Peranema trichophorum
- Petalomonas mira
- Rhabdomonas costata
Klasse: Kinetoplastea
- Bodo repens
- Bodo saltans
- Phylomythus undulans
4.2 Zooplankton
Reich: Protozoa
Abteilung: Amoebozoa
Klasse: Tubulinea – Amöben
Die Amöben werden unterteilt in Nacktamöben und beschalte Amöben. Sie alle sind Einzeller. Während die Nacktamöben hüllenlos sind, besitzen die beschalten Vertreter Gehäuse, die sie zum Teil aus mikroskopisch kleinen Sandkörnern oder aus Diatomeenskeletten aufbauen. Die hüllenlosen Amöben können sich durch Formveränderung fortbewegen, durch Ausstrecken von Pseudopodien (Scheinfüßchen). Daher rührt auch ihre Bezeichnung “Wechseltierchen.” Dabei umschließen sie auch ihre Nahrung, die aus Bakterien, Ziliaten und Algen besteht. Die beschalten Amöben fahren ihre Pseudopodien durch eine Öffnung in ihrer Schale aus.
Mayorella penardi
- Allochromia fluviatilis
- Arcella vulgaris
- Astramoeba radiosa
- Centropyxis aculeata
- Euglypha acanthophora
- Euglypha laevis
- Mayorella bigemma
- Mayorella penardi
- Nuclearia radians (Astrodisculus radians)
- Phryganella acripodia
- Phryganella nidolus
- Saccamoeba sp.
- Thecamoeba sphaeronucleolus
- Vanella lata
- Vahlkampfia limax
- Vahlkampfia tachypodia
Klasse: Actinopoda – Strahlenfüßer
Die Strahlenfüßer, auch Sonnentiere genannt, sind kugelförmige Einzeller, von denen nach allen Seiten lange, sehr dünne Scheinfüßchen ausgehen. Diese sind durch steife Achsenfäden gefestigt, die man als Axopodien bezeichnet. Beuteorganismen, häufig Flagellaten und Zilliaten, bleiben hängen, werden von den Plasmaströmen umschlossen, und werden zur Verdauung ins Zellinnere gedrückt. Dieses erscheint meist schaumig und schwach durchsichtig. Ähnlich wie bei den Amöben gibt es nackte und gepanzerte Arten. Die Fortpflanzung geschieht durch Zellteilung, aber auch geschlechtlich. Bei ungünstigen Lebensbedingungen bilden sie Cysten ohne Axopodien.
- Actinophrys sol
- Actinosphaerium eichhorni
- Raphidiophrys coerulea
- Raphidiophrys turfacea
- Raphidiophrys pallida
Klasse: Ciliata – Wimpertiere
Alle Wimpertiere sind Einzeller, die an bestimmten Stellen oder am ganzen Zellkörper Zilien tragen. Diese dienen der Fortbewegung und dem Einstrudeln der Nahrung, die zumeist aus Bakterien, seltener auch aus einzelligen Algen oder Kieselalgen besteht. Viele Ciliaten besitzen zwei Zellkerne, den Groß- und den Kleinkern (Makro- und Mikronukleus).
Paramecium bursaria
- Amphileptus procerus
- Aspidisca cicada
- Coleps hirtus
- Chilodonella uncinata
- Cyclidium sp.
- Dexiostoma campylum
- Euplotes affinis
- Euplotes muscicola
- Frontonia acuminata
- Frontonia leucas
- Glaucoma scintillans
- Halteria gracilis
- Halteria grandinella
- Holophrys teres
- Lacrymaria olor
- Litonotus cygnus
- Litonotus fascicola
- Loxophyllum meleagris
- Nassula gracilis
- Paramecium aurelia
- Paramecium bursaria
- Paramecium caudatum
- Paramecium putrinum
- Prorodon niveus
- Prorodon teres
- Pseudovorticella chlamydophora
- Spirostomum ambiguum
- Spirostomum minus
- Stylonychia mytilus
- Stylonychia pustulata
- Trithigmostoma cucullulus
- Trithigmostoma steini
- Urocentrum turbo
- Vaginicola terricola
- Vorticella campanula
- Vorticella microstoma
- Vorticella similis
Reich: Animalia – Vielzellige Tiere
Abteilung: Cnidaria – Nesseltiere
Klasse: Hydrozoa
Süßwasserpolypen, die zu den Nesseltieren zählen, besitzen einen sack-, bzw. einen schlauchförmigen Körper mit einer Mundöffnung, die kranzförmig mit Fangarmen besetzt ist. An diesen leicht beweglichen Armen sitzen Nesselkapseln, die ein eingerolltes Stilett enthalten. Nähert sich ein Beutetier, schießt das Stilett heraus und lähmt dieses durch Injektion eines Gifts. Jenes Stilett kann sogar die Panzer von Blattfußkrebsen und Rädertierchen durchstoßen. Durch Zusammenziehen der Fangarme wird die Beute in den “Urmagen ” hineingedrückt und verdaut.
- Hydra circumcincta
- Hydra viridissima
Abteilung: Nemathelminthes – Schlauchwürmer
Klasse: Rotatoria – Rädertiere
Rädertiere sind Vielzeller, die abstammungsgeschichtlich zu den Würmern zählen. Viele von ihnen sind kleiner als manche großen Einzeller. Benannt sind sie nach dem Wimpernkranz an ihrem Kopfende, mit dem sie einen Sog erzeugen und ihre Nahrung einstrudeln. Die Cilienbewegung erinnert an ein laufendes Zahnrad, weshalb diese Organismen “Rädertierchen” genannt werden. Viele Arten sind gepanzert und besitzen zwei Zehen als Haftorgane. Ein Kauapparat zerkleinert die eingestrudelte Nahrung - Einzeller, Algen und Bakterien.
- Adineta gracilis
- Cephalodella delicata
- Cephalodella gibba
- Cephalodella ramanei
- Dicranophorus caudatus
- Dicranophorus forcipatus
- Euclanis incisa
- Lecane cornuta
- Lepadella ovalis
- Lepadella patella
- Monommata longiseta
- Notholca sp.
- Rotaria rotatoria
- Trichocera porcellus
- Wulfertia ornata
Klasse: Gastrotricha – Bauchhärlinge
Wie Rädertiere sind auch die Bauchhärlinge Vielzeller mit einfachem Körperbau. Bauchseitig tragen sie Wimpernbänder, mit deren Hilfe sie sich bewegen können. Sie besitzen einen Darmtrakt, zwei Urnieren, sowie Muskelzüge und Nervenzellen. Ein Drüsensekret befähigt sie, sich an einer Unterlage festzuheften.
Chaetonotus hystrix
- Chaetonotus hystrix
- Chaetonotus macrochaetus
- Polymerurus rhomboides
Abteilung: Arthropoda – Gliederfüßer
Unterstamm: Crustacea – Krebstiere
Unterklasse: Copepoda – Ruderfußkrebse
Ruderfußkrebse sind ungepanzerte, mikroskopisch kleine Krebse, deren Körper segmentiert ist. Sie bestehen aus einem Kopf-Brust-Stück, mit einem Brustbein, das auch die Beinpaare trägt, und einem beinlosen Schwanzstück mit artspezifischer Schwanzgabel (Furca). An den Brustbeinen sitzen zwei Antennen. Mittels rascher Schläge des Brustbeins bewegen sich die Copepoden fort, wobei die Antennen kurzzeitig angelegt werden. Auch die Nahrung wird mit den Brustbeinen eingestrudelt. Die Männchen zeigen ein Gelenk an einer oder beiden Antennen. Diese dienen dem Festhalten der Weibchen während der copula. Einige Arten sind durch eingelagerte Öltröpfchen bräunlich gefärbt und besitzen ein Lichtsinnesorgan mit drei bis vier Naupliusaugen.
Ectocyclops phaleratus
- Attheyella crassa
- Canthocamptus staphylinis
- Cyclops strenuus
- Ectocyclops phaleratus
- Eucyclops serrulatus
- Paracyclops fimbriatus
Unterklasse: Ostracoda – Muschelkrebse
Muschelkrebse sind durch einen zweischaligen Panzer geschützt, der weitgehend undurchsichtig und zum Teil aus Kalk besteht. Die Schalen sind durch einen Schließmuskel verbunden. Muschelkrebse sind im Gegensatz zu Copepoden und Phylopoden langsame Schwimmer. Das Schwimmen ermöglichen ihnen zwei Antennen, die aus dem Panzer ragen und nach hinten schlagen. Sie kriechen häufig am Gewässerboden oder an Algen entlang, wo sie ihre Nahrung finden. Bei Gefahr werden die Antennen blitzartig eingefahren und der Panzer verschlossen.
- Cyclocypris laevis
- Cyclocypris vidua
Sonstige
Neben den beschriebenen Mikroorganismen wurden weitere, zum Plankton zählende Organismen gefunden, die aber aus Zeitgründen nicht berücksichtigt wurden. Dazu gehören die schwer bestimmbaren Nematoden sowie einige Arten von Wassermilben. Die Bärtierchen (Tardigrada) waren nur mit einer Art (selten) vertreten: Macrobiotus intermedius. In geringer Zahl tauchten auch Mückenlarven der Arten Culex pipiens, Chironomus plumosus, Correthra plumicornis, sowie Chaoborus spec. auf. In dem Faulschlamm im Moos fanden sich auch Schwefelbakterien der Gattung Peloploca. Das Quellwasser, das praktisch gefiltert und kalt aus der Erde kommt, enthält sehr wenig Nährstoffe, was das Fehlen einiger Arten an Mikroorganismen erklärt, z. B. der Phyllopoda (Wasserflöhe): Auch die Mückenlarven waren im Beobachtungszeitraum nicht häufig.
Danksagung
Herrn Bernd Galland, Alfeld, danken wir für die Anregung zu dieser Arbeit, sowie für die kritische Durchsicht des Manuskripts. Für die Durchführung der Wasseranalyse danken wir Frau Dr. Leuders von der Papierfabrik Sappi in Alfeld.
Anschriften der Verfasser
Wulf Herwig
Freidingstraße 11
30559 Hannover
Dr. Manfred Tauscher
An der Beeke 21
31028 Gronau
Literatur
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